Muskelschwund bei Kinder

Die Muskeldystrophie (Muskelschwund) zählt zu den neuromuskulären Erkrankungen. Bei den Betroffenen wird besonders im Anfangsstadium der Erkrankung oft ein charakteristischer Watschelgang bemerkt, Von dieser Erkrankung können nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder betroffen sein. Wie sich die Krankheit bemerkbar macht und welche verschiedenen Arten von Muskelschwund bekannt sind, erklärt der folgende Beitrag!

Muskeldystrophie: Die verschiedenen Arten

Bei einer Muskeldystrophie bildet sich die Muskulatur zurück, wobei verschiedene Körperpartien davon betroffen sein können. Vor allem Beine, Arme, der Rumpf, das Gesicht sowie die Augen zählen dazu, aber auch die Aushilfs- und Herzmuskulatur können sich zurückbilden. Die Erkrankung wird in erster Linie durch ein Absterben der Muskelzellen ausgelöst, oder aber die Nervenzellen sterben ab, welche die Muskulatur versorgen.

Die verschiedenen Arten des Muskelschwunds sind benannt nach ihren Entdeckern (Becker-Kiener, Duchenne, Werdnig-Hoffmann, Kugelberg-Welander), wobei Kinder in der Regel von der Becker-Kiener- oder Duchenne-Form betroffen sind. Die Duchenne-Form ist erblich bedingt und stellt die häufigste Form der Muskeldystrophien dar. Hiervon können bereits Kinder im Kleinkindalter betroffen sein, allerdings tritt die Krankheit ausschließlich bei Jungen auf. Die Becker-Kiener-Muskeldystrophie kommt hingegen wesentlich seltener vor und zeigt sich oft erst im Schulalter. Sie ist zudem weniger stark ausgeprägt und auch der Verlauf ist meist langsamer.

Symptome bei Muskelschwund

Abhängig vom Fortschritt der Erkrankung, vom Typ sowie dem Alter der Betroffenen treten unterschiedliche Symptome auf. Bei jeder Form sind die Betroffenen allerdings nicht mehr in der Lage, Bewegungen durch die zuständigen Muskelgruppen zu steuern. Bewegungen sind stark eingeschränkt bis unmöglich. Schon im Mutterleib können erste Anzeichen auf Muskelschwund auftreten, denn dann bewegt sich das Baby in der Regel auffällig wenig. Kinder die mit Muskelschwund zur Welt kommen, haben nicht selten mit einer Trinkschwäche zu kämpfen, was in der Folge zu Gedeihstörungen führen kann. Auch die motorische Entwicklung ist auffällig, denn das Kleinkind hat beispielsweise Probleme, eigenständig den Kopf zu heben, alleine zu gehen oder aufrecht zu sitzen. Kann das Kind schon laufen, verliert es meist die eigene Muskelkraft und es kommt vermehrt zu tollpatschig wirkendem Stolpern. Die Eltern bemerken häufig beim Kind einen Watschelgang und mit Fortschreiten der Krankheit kommt es zunehmend zu eingeschränkter Bewegungsunfähigkeit.

Ursachen und Diagnose bei Muskelschwund

Die häufigen Formen der Muskeldystrophie sind in der Regel genetisch bedingt. Den Kindern fehlt aufgrund eines Schadens in der Erbanlage das für den Muskelstoffwechsel notwendige Protein Dystrophin, was dazu führt, dass die Muskelzellen absterben. Der Nachweis dieser Erkrankung kann durch eine Muskelbiopsie und einen Gentest erfolgen. Auch eine Laboruntersuchung ist möglich, da durch den Muskulatur-Abbau die die Muskelenzyme im Blut zunehmen. Durch eine zusätzliche Elektromyografie können zudem Auffälligkeiten in den Muskelaktivitäten festgestellt werden.

Behandlungsvarianten bei Kindern

Obwohl Muskelschwund als nicht heilbar gilt, kann eine frühzeitige Diagnose und eine damit verbundene Therapie den Verlauf positiv beeinflussen. Derzeit arbeiten die Forscher noch an gentechnischen Maßnahmen. Daher setzt die Behandlung derzeit in erster Linie bei den betroffenen Muskelgruppen an. Durch eine symptomatische Behandlung soll die Funktionsfähigkeit bestmöglich erhalten werden, um die Lebensqualität für das Kind zu steigern. Auch mögliche Folgeerscheinungen wie Atemwegserkrankungen sollen aufgehalten oder komplett verhindert werden. Vor allem Ergo- und Physiotherapien kommen für die Erhaltung der Mobilität zum Einsatz. Gegebenenfalls werden Hilfsmittel verordnet und auch medikamentöse und operative Verfahren können ein Teil der notwendigen Therapie sein. In einigen Fällen ist zudem ein Atemtraining oder eine nächtliche Beatmung per Atemmaske nötig.

Auch eine psychische Stabilisierung der Kinder steht im Mittelpunkt der Behandlung. Davon sind auch die Eltern betroffen, die schließlich die aufwändige Pflege und die ständige Sorge um das eigene Kind bewältigen müssen. Auch Geschwister benötigen nicht selten eine professionelle Beratung und Hilfe. Durch die Hilfe eines Psychologen werden die Betroffenen hier auf psychischer Ebene stabilisiert. Auch bei Selbsthilfegruppen wie bei der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke oder der Deutschen Muskelschwundhilfe finden die kleinen Patienten sowie deren Angehörige Hilfe.

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